Zukunftweisende Erkenntnisse aus dem Kongress "Die Kunst des Wirtschaftens"
16.06.2010
Rund 600 Menschen nahmen am vergangenen Wochenende am Wirtschaftskongress "Die Kunst des Wirtschaftens" beim Kongress der Akademie Heiligenfeld in Bad Kissingen
Zusammen mit namhaften Referenten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kunst nach einer neuen Kunst im Prozess des Wirtschaftens zu suchen. Dr. Joachim Galuska, Ärztlicher Direktor der Heiligenfeld GmbH und Veranstalter des Kongresses, erklärte in seiner Eröffnungsrede, dass die Krise in Deutschland wohl noch nicht tief genug ist, um bei der Wirtschaft einen Bewusstseinswandel hin zu einer werteorientierten und menschengerechten Unternehmensführung zu erreichen. Dabei wolle der Kongress "Die Kunst des Wirtschaftens" helfen, so Galuska weiter. "Die Wirtschaft kann einiges von der Kunst lernen, so zum Beispiel von einem Orchester: Alle Musiker tragen durch ihre Leistung zu einem harmonischen Konzert bei. Sie stellen sich als Individuen voll in den Dienst des Orchesters und lassen sich vom Dirigenten leiten. Diese Fähigkeiten sollten wir in die Wirtschaft übertragen", erläutert Galuska das Kongressthema.
Jiu-Jitsu-Prinzip Im Eröffnungsvortrag zeigte Josef Riegler, der ehemalige österreichische Landwirtschaftsminister und Vizekanzler, der Mitte der Achtziger Jahre den Begriff der „Ökosozialen Marktwirtschaft“ prägte, sein Rezept auf. Er hält Wirtschaft-Soziales und Ökologie für das „Magische Dreieck“ der soziökonomischen Marktwirtschaft. Er appelliert an das Jiu-Jitsu-Prinzip das besagt, das die Kräfte des Marktes für das Ziel der Nachhaltigkeit zu mobilisieren sind. Daraus folgerte und forderte er zukünftig ein striktes Verursacherprinzip zu verfolgen, eine soziökologische Steuerreform, entsprechende Gesetzesänderungen und Kulturpflege. Seine Maßnahmen für ein Sofortprogramm sieht er - Einführung wirkungsvoller Regeln für Finanzmärkte - Verbot von Steueroasen - Rasche Einführung einer weltweiten Abgabe auf Kapitaltransfer - Beschluss zur weltweiten Klimastrategie - Einem raschem start einer neue WTO-Runde (Sozial- und Umweltstandards, Kofinanzierung, Globalem Marshall Plan)
Neue Kultur des Scheiterns Einer der beeindruckendsten, freien Beiträge stammte von Professor Claus Eurich, Er wies darauf hin, das wir nicht autonom sondern heteronom sind. Sein Verständnis von ökonomischer Vernunft basiert auf 5 Säule: - Rationalität (Effizienz, Kognition, Ratio) - Sinnlichkeit und sinnliche Erfahrungen (Ängste, Befürchtungen, Hoffnungen) - Intuition (Verweis auf C.G. Jung u. dem erlernbaren Bewusstsein zum kollektiven Bewusstsein) - Weisheit (spirituelle Schätze zur Problemlösung – Gelassenheit) - Achtsamkeit/Kontemplation (die Schritte: weg vom kleinen ICH zum höheren Selbst)
Auch das Scheitern als eine heilige Kraft zu Verstehen, die Wichtig ist, das Neues entstehen kann.
Zu den weiteren Hauptreferenten des Kongresses gehörten unter anderem der Leiter des Arbeitsbereiches Entrepreneurship an der Universität Berlin Günter Faltin, der von der Wirtschaft statt ständiger "Bilanzanalyse lieber die Entwicklung neuer und guter Ideen" forderte sowie der Gründer der umsatzstärksten PR-Agentur in Europa Paul Kohtes. Auch Teegut-Chef Wolfgang Gutberlet sprach davon, dass jeder Mensch ein Künstler, Forscher oder Unternehmer sei. Sie müssten ihre Ideen nur zulassen und erkennen. Am Freitagabend hatte die Mediengruppe Main-Post zu einer Podiumsdiskussion mit dem Thema "Die Kunst des Zeitungsmachens im Web 2.0-Zeitalter geladen. Bernd Ziesemer (Chefredakteur des Handelsblatts), Claus Eurich (Kommunikationswissenschaftler), David Brandstätter (Geschäftsführer der Main-Post) und Ralf Thees (Gründer wuerzblog.de) diskutierten über die Zunkunft der Zeitung im Zeitalter der Blogs und des Internets.
Topmanager zum Abschluss Den Abschlussvortrag hielt am Sonntag der Topmanager Daniel Goeudevert. Der frühere Konzernvorstand von Citroen, Renault, Ford und VW sprach über das Verhältnis von Macht, Moral und Wirtschaft. Für ihn sei zentral, dass sich die Politik aus den Unternehmen heraushält. "Wenn ich zwei Berufsstände abschaffen könnte, dann wären dies die Lobbyisten in den Ministerien und die Analysten in den Beratungen", so Goeudevert. "Durch die vielen restriktiven Gesetze wird den Unternehmen das Leben unnötig schwer gemacht. Ideen zu verfolgen wird zunehmend schwerer."
Der Kongress hinterlässt zahlreiche zufriedene Teilnehmer. "Der Kongress hat sehr viele Impulse für eine andere Art des Wirtschaftens gegeben. Ich kann nicht mehr stillsitzen, wir sollten hinausgehen und die Ideen verwirklichen", resümierte dabei einer der Teilnehmer.
Im nächsten Jahr lädt die Akademie Heiligenfeld zum medizinischen Kongress mit dem Titel „Seelen-Heil-Kunst“ vom 19.-22. Mai 2011 ein.